Book
Der Lebenssinn der Industriegesellschaft
Über die moralische Verfassung der Wissenschaftlich-technischen Zivilisation
Abstract
Die Zukunft der modernen Industriegesellschaft hängt in letzter Instanz nicht von ökonomischen, vielmehr von kulturellen und politischen Faktoren ab. Das erfahren heute alle, die in Wirtschaft und Verwaltung, in Politik und Wissenschaft für die Zukunft der Industriegesellschaft einzustehen haben. In diesem Buch werden zunächst die Ursachen des Wandels der Einstellung der Bevölkerung zu ihren industriegesellschaftlichen Lebensgrundlagen analysiert. Diese Ursachen reichen weit über die uns bedrängenden ökologischen Probleme hinaus bis hin zu orientierungskrisenträchtigen Erfahrungsverlusten, deren Ausmaß mit der Komplexität und der Dynamik der modernen Zivilisation zunimmt. Aber diese wachsenden Folgelasten der industriellen Entwicklung desavouieren nicht den Lebenssinn dieser Entwicklung. Wohlfahrt und Freiheit bringen sich unverändert mit bezwingender Evidenz als Lebensvorzüge der modernen Industriegesellschaft zur Geltung und begründen die Massenzustimmung zu ihr. Der Aufbruch der Völker im Bereich des real existent gewesenen Sozialismus demonstriert uns das eindrucksvoll. Als orientierungspraktisch-kulturelle Konsequenz ergibt sich: Nicht Suche nach großen alternativen Gesellschaftsentwürfen ist hilfreich. Verlangt ist vielmehr politische, ökonomische und wissenschaftlich-technische Steuerungskunst unter den moralischen und kulturellen Zielvorgaben des Gemeinsinns.
Details | Table of Contents
pp.16-31
https://doi.org/10.1007/978-3-642-97265-2_2Die Lebensweltferne moderner Wissenschaft
pp.32-55
https://doi.org/10.1007/978-3-642-97265-2_3Erfahrungsverluste
pp.56-60
https://doi.org/10.1007/978-3-642-97265-2_4Die abnehmende Reichweite unserer Zukunftsvoraussicht
pp.68-71
https://doi.org/10.1007/978-3-642-97265-2_6Rationalitätsverluste durch Verwissenschaftlichung unserer Zivilisation
pp.72-81
https://doi.org/10.1007/978-3-642-97265-2_7Unsicherheitserfahrung und Schwindende Risikoakzeptanz
pp.82-102
https://doi.org/10.1007/978-3-642-97265-2_8pp.103-120
https://doi.org/10.1007/978-3-642-97265-2_9pp.127-132
https://doi.org/10.1007/978-3-642-97265-2_11Die ökologische Krise
pp.141-150
https://doi.org/10.1007/978-3-642-97265-2_13Was hat nichtsdestoweniger die moderne Zivilisation historisch sich durchsetzen Lassen?
pp.151-170
https://doi.org/10.1007/978-3-642-97265-2_14pp.171-189
https://doi.org/10.1007/978-3-642-97265-2_15In welchem Verhältnis stehen sie zueinander?
pp.190-198
https://doi.org/10.1007/978-3-642-97265-2_16Medizinethische Fälle
pp.215-222
https://doi.org/10.1007/978-3-642-97265-2_19Publication details
Publisher: Springer
Place: Dordrecht
Year: 1990
Pages: 224
DOI: 10.1007/978-3-642-97265-2
ISBN (hardback): 978-3-540-52695-7
ISBN (digital): 978-3-642-97265-2
Full citation:
Lübbe Hermann (1990) Der Lebenssinn der Industriegesellschaft: Über die moralische Verfassung der Wissenschaftlich-technischen Zivilisation. Dordrecht, Springer.