Acta Structuralica

international journal for structuralist research

Book | Chapter

218936

Das letzte Wort behält die Moral

Hermann Lübbe

pp. 223-224

Abstract

Wir können also wissen, wozu uns der wissenschaftlich-technische Fortschritt gut zu sein hat, und in unseren Bemühungen, die uns aus dem wissenschafthchen und technischen Fortschritt zuwachsenden neuen Handlungsmöglichkeiten lebensdienlich zu normieren, erweist sich solches praktisches Wissen bis in die Gesetzgebung hinein als entscheidungs- und handlungsbestimmend. Das gilt nicht nur für den exemplarisch zuletzt herangezogenen bio-medizinischen Bereich. Für den Bereich des ökologisch relevanten Handelns gilt das nicht anders. Wozu uns die industriegesellschaftliche Zivilisation gut zu sein hat — diese Frage zu beantworten hat der übergroßen Mehrheit der Menschen bislang niemals Schwierigkeiten bereitet, und das moralische Recht dieser Antworten ist durch die belastenden Erfahrungen eines abnehmenden Grenznutzens der zivilisatorischen Evolution keineswegs in Unrecht verwandelt worden.

Publication details

Published in:

Lübbe Hermann (1990) Der Lebenssinn der Industriegesellschaft: Über die moralische Verfassung der Wissenschaftlich-technischen Zivilisation. Dordrecht, Springer.

Pages: 223-224

DOI: 10.1007/978-3-642-97265-2_20

Full citation:

Lübbe Hermann (1990) Das letzte Wort behält die Moral, In: Der Lebenssinn der Industriegesellschaft, Dordrecht, Springer, 223–224.