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Gründe veränderter Einstellung zu unseren Wissenschaftlich-technischen Lebensvoraussetzungen III
Die abnehmende Reichweite unserer Zukunftsvoraussicht
pp. 68-71
Abstract
Als weitere zivilisationsspezifische Belastungserfahrung, deren Gewicht mit dem Grad der Verwissenschaftlichung und Technisierung unserer Lebensgrundlagen zunimmt, ist die schwindende Reichweite unserer Zukunftsvoraussicht geltend zu machen. "Zukunftsgewißheitsschwund" — so ließe sich dieser Bestand kennzeichnen. Mit dieser Kennzeichnung ist keinerlei Spenglerei gemeint. Ein schlimmer Ausgang der Dinge hienieden soll damit nicht insinuiert sein. Unzweifelhaft ist, daß wir Zeit- Zeugen von Vorgängen sind, die, wenn nichts geschähe, sie zu stoppen oder in andere Richtung zu lenken, regional und schließlich global in Zivilisationskatastrophen enden müßten. Die bereits früher erwähnten Vermessungen von Wachstumsgrenzen haben das einschlägige Wissen längst zum medial weltweit verbreiteten Gemeinwissen werden lassen. Aber solches Wissen ist ja nichts anderes als extrapoliertes Gegenwartswissen, und nichts steht im Prinzip entgegen, dieses Wissen für die Projektierung fälliger Gegenmaßnahmen zu nutzen.
Publication details
Published in:
Lübbe Hermann (1990) Der Lebenssinn der Industriegesellschaft: Über die moralische Verfassung der Wissenschaftlich-technischen Zivilisation. Dordrecht, Springer.
Pages: 68-71
DOI: 10.1007/978-3-642-97265-2_6
Full citation:
Lübbe Hermann (1990) Gründe veränderter Einstellung zu unseren Wissenschaftlich-technischen Lebensvoraussetzungen III: Die abnehmende Reichweite unserer Zukunftsvoraussicht, In: Der Lebenssinn der Industriegesellschaft, Dordrecht, Springer, 68–71.