We agree to differ
Aux sources du différend franco-analytique
pp. 223-235
Abstract
Analytische Philosophie und französisches Denken tun sich heute schwer miteinander zu sprechen. In diesem Artikel versuche ich historisch auf die Quellen dieser theoretischen Unterschiede zurückzugehen. Dazu unternehme ich eine Art Anamnese des Gedankenaustauschs zum Begriff der Analytizität, der zwischen 1900 und 1930 unter Philosophen aus Frankreich, Wien und Großbritannien stattgefunden hat. Eine erste Feststellung drängt sich auf: diesen Denkern gelang es durchaus, einander zu verstehen, trotz der einander entgegengesetzten theoretischen Positionen. Sie hatten zumindest eine gemeinsame Sicht dessen was sie trennte: they agreed to differ. Bevor die „Traditionen“ auseinander führten, diskutierten die Denker aus England, Wien und Frankreich ohne Umschweife über den Begriff der Analytizität. Wenn es überhaupt eine durchgängige Trennlinie in diesen Debatten gibt, dann verläuft sie nicht zwischen französischen und analytischen Philosophen, sondern zwischen Metaphysikern wie Bertrand Russell und Henri Bergson oder Erkenntnistheoretikern wie Moritz Schlick und Emile Meyerson.
Publication details
Published in:
Bonnet Christian, Nemeth Elisabeth (2016) Wissenschaft und Praxis: zur wissenschaftsphilosophie in Frankreich und Österreich in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Dordrecht, Springer.
Pages: 223-235
DOI: 10.1007/978-3-319-22366-7_13
Full citation:
Fruteau de Laclos Frédéric (2016) „We agree to differ: Aux sources du différend franco-analytique“, In: C. Bonnet & E. Nemeth (éds), Wissenschaft und Praxis, Dordrecht, Springer, 223–235.